Kritik an Beschäftigungs- und Bildungssystem
Nach einer Befragung durch das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW)
können Unternehmen in Deutschland dem Beschäftigungs- und Bildungssystem kaum noch
etwas Gutes abgewinnen. Die hohen Lohnzusatzkosten führten die Mängelliste an - sie
wurden auf einer Skala von plus 100 (sehr gut) bis minus 100 (sehr schlecht) mit minus
62 bewertet. Zu den größten Defiziten zählen die Firmen auch die üppigen
Direktentgelte (minus 32) sowie das starre Arbeitsmarktkorsett (minus 30). Deutlich
kritisiert (minus 20) wurde zudem, dass sich das Bildungssystem zu wenig an den
Anforderungen des Arbeitsmarktes orientiert.
Gute Noten vergeben die befragten Firmen für das System der dualen Berufsausbildung
(plus 27) - nach wie vor sieht die überwiegende Mehrzahl der Betriebe in der
fundierten Fachkräfteausbildung einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Deutliche
Kritik üben die Unternehmen jedoch am allgemein bildenden Schulwesen (minus 13).
Kein Wunder, dass die Manager Reformen im Bildungsbereich anmahnen: Auf einer Skala
von plus 100 (sehr groß) bis minus 100 (sehr gering) stuften sie etwa den Bedarf einer
intensiveren Vermittlung grundlegender Kenntnisse in Lesen, Schreiben und Rechnen mit
plus 75 ein. Zudem sprechen sich die Unternehmen unter anderem für eine
praxisorientiertere Lehrerausbildung, zentrale Leistungskontrollen, den Ausbau der
Begabtenförderung sowie die flächendeckende Einführung des Schulfaches Wirtschaft
aus.
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